Gaucks Fauxpas: Eine Entschuldigung wäre angebracht

Er bedient seit seinem Amtsantritt die Ressentiments der Springerpresse in der moralisierenden Pose einer Claudia Roth. Mit seiner Symbolpolitik in Ankara ist Gauck jedoch zu weit gegangen.

Mehr dazu in der Deutsch-Türkischen Zeitung.

AfD Hessen wieder auf Kurs

Beim außerordentlichen Landesparteitag der AfD Hessen wurde heute die bisherige Vize-Sprecherin Joana Cotar zur neuen Landessprecherin gewählt. Dem „Klassenbewussten Kleinbürger“ fiel die Dame bis dato auf facebook des Öfteren mit Wortmeldungen auf, die sehr vernünftig klangen. Von daher kann man ihr und der AfD zu dieser Wahl auf jeden Fall gratulieren.

Bundesvorstandssprecher Konrad Adam räumte ein, dass die Partei möglicherweise „zu schnell gewachsen“ sei: „Es sind anfangs viele Leute zu uns gekommen, die wir mit offenen Armen empfangen haben. Aber vielleicht passen einige nicht so gut zu uns.“

Parteisprecher Bernd Lucke stellte vor allem die Krippenideologie in Frage und brach eine Lanze für Ehe und Familie.

In Summe also positive Nachrichten. Die AfD Hessen erteilt Quertreibern eine Absage und positioniert sich vorausschauend und liberal-konservativ.

Einen kleinen Eindruck vom Parteitag bietet die FAZ mit einem kurzen Ausschnitt aus Bernd Luckes Rede.

Wider Hübners AfD-Kritik: „Politisch unkorrekt“ heißt nicht automatisch klug

Politisch unkorrekte Kreuzritter im Kampf gegen den Islam

Politisch unkorrekte Kreuzritter im Kampf gegen den Islam

Einer jungen Partei können schon mal Fehleinschätzungen geschehen. Auch die AfD war und ist vor solchen nicht gefeit. Eine davon war offenbar, die in Frankfurt/Main agierende Fraktion der „Freien Wähler“ unter ihrem Vorsitzenden Wolfgang Hübner an die Partei anzubinden, nachdem FW-Chef Hubert Aiwanger größte Mühe hatte, diese aus seiner eigenen politischen Bewegung zu entfernen.

Hübner kam einem Parteiausschluss bei den FW Aiwangers zuvor, indem er sich als Überläufer inszenierte und die AfD nahm ihn bereitwillig auf. Offenbar erschien die Aussicht, in einer Metropole über ein Stadtratsmandat zu verfügen, so verlockend, dass man die Ansichten dieses Mannes und seiner Fraktion nicht genauer unter die Lupe nahm. So hatte Hübner nicht lange vor seinem AfD-Beitritt noch im Wege einer Täter-Opfer-Umkehr den rassistischen Terror des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) relativiert, indem er dazu bemerkte, die Morde würden  „von verschiedenen Einwanderer-Lobbyisten in unverschämter Weise genutzt […], um von dem Staat zusätzliche materielle und ideelle Zuwendungen zu fordern“ und „Islam-Kritik zu unterdrücken“. Weiterlesen

Kapitalismuskritik ist banal und öde

„Damit es den Armen besser geht, muss nicht der Kapitalismus überwunden werden, sondern der Kapitalismus muss die Armut überwinden. Das steht nicht im Gegensatz zur päpstlichen Forderung, dass Geld nicht zum alleinigen Lebensziel werden dürfe. Der Kapitalismus ist das beste Mittel, um Wohlstand zu erwirtschaften. Er gehört aber eingebettet in übergeordnete Werte. Die Freiheit eines jeden, sein Glück selbst zu bestimmen, solange er dafür die Verantwortung übernimmt, ist für uns der zentralste. Mit der Förderung von Chancen-, nicht Ergebnisgleichheit und einem vernünftigen sozialen Sicherheitsnetz trägt die Gesellschaft dazu Wichtiges bei. Ethische Normen wie Rechtschaffenheit, Verlässlichkeit, Masshalten und bei allem Individualismus auch Solidarität bilden den Nährboden. Sie können erlernt, aber nicht einfach vom Staat befohlen werden. Religion und Ethik mögen Grosses leisten, um solche Werte und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Der Verlust der Bedeutung der Kirchen und das vermeintliche Ende des Systemwettbewerbs nach dem Fall der Mauer haben da ein gewisses Vakuum hinterlassen. Doch Kapitalismuskritik wird es nicht füllen können. «Kapitalismus für alle» wäre das verheissungsvollere Programm für 2014.“

Der ganze Text in der NZZ

7,2 Milliarden Menschen auf der Welt – na und?!

In einem bemerkenswerten Beitrag in der „Welt“ tritt der in New York lebende Journalist Hannes Stein dem malthusianischen Denken entgegen, das immer noch einen prägenden Einfluss auf die öffentliche Meinung und auch politische Entscheidungen in vielen Teilen der Welt habe. Hannes Stein diagnostiziert vor allem bei westeuropäischen Anhängern der These von einer angeblichen „Überbevölkerung“ rassistische Ressentiments.

Selbst der Vordenker der kommunistischen Bewegung, Friedrich Engels, hatte mit dem Prediger Thomas Malthus den geistigen Ziehvater jenes antihumanistischen Denkens als Scharlatan entlarvt, das sich später in den Ideen der Eugenik und diversen Rassentheorien, die sogar schon lange vor Hitler zum „wissenschaftlichen Konsens“ an Universitäten gehörten wie heute die Theorie von der „menschengemachten Erderwärmung“, ebenso wiederfand wie nach dem Krieg in den Vorstellungen der „Ökologiebewegung“. Weiterlesen