Die Hassobjekte der Nation

Und so sehen sie aus, die „Verfassungsfeinde“ und „Obskuranten“, vor denen Deutschland erzittert, wenn es sich nicht gerade über Putin, die NSA oder Israel empört:

@ Deutsch Türkische Kulturolympiade

@ Deutsch Türkische Kulturolympiade

Wie jedes Jahr entblöden sich „Qualitätsmedien“ nicht, die Deutsch-Türkische Kulturolympiade in die Nähe dunkler Machenschaften zu rücken und Politiker, die sie besuchen, Grußworte sprechen oder die Schirmherrschaft darüber übernehmen, anzugreifen.

Die türkischen Kulturolympiaden finden jährlich in aller Welt statt. Sie laufen ab wie ein Kultur- und Talentwettbewerb, Kinder und Jugendliche aus aller Welt nehmen daran teil. Hinter der Olympiade steht die Hizmet-Bewegung, die in über 140 Ländern Bildungseinrichtungen unterhält. Mehrere tausend Teilnehmer tragen unter anderem Lieder und Gedichte in türkischer oder in ihrer Landessprache vor, jeder Teilnehmer jeweils in der Sprache, die nicht die eigene Muttersprache ist. Für Kinder und Jugendliche aus Syrien, die in der Türkei und anderen Ländern in Flüchtlingslagern leben, ist die Teilnahme an dem Wettbewerb beispielsweise eine der wenigen Möglichkeiten, dem tristen Alltag zu entfliehen.   Weiterlesen

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Warum ich im Kalten Krieg 2.0 den Dienst verweigere

„Die Russen kommen“ – und die Schlagzeilen in den Medien klingen wieder wie vor 30 Jahren. Doch immer mehr Menschen merken, dass jetzt alles anders ist.

Das vergangene Wochenende und das erfolgreiche und offenbar auf keine Widerstände in der Bevölkerung gestoßene Einsickern russischer Einheiten auf der Krim hält Europa in Atem. Moskau sieht die Maßnahme als friedenssichernd an. Da zu den „Euromaidan“-Kräften, die auf extralegale Weise den gewählten Präsidenten Janukowytsch aus seinem Amt vertrieben hatten, auch rechtsextreme und neonationalsozialistische Kräfte gehörten und zu den ersten Maßnahmen der neuen Regierung die Beseitigung eines Sprachengesetzes, welches die Rechte der russischsprachigen Bevölkerung schützen sollte, sowie die Ankündigung, die russische Schwarzmeerflotte aus dem Land haben zu wollen, zählten, hielt es Moskau zum Schutz der russischen Bevölkerung für nötig, Maßnahmen zu treffen. Weiterlesen

Sotschi: Lasst mich mit Eurem Politik-Sch*** in Ruhe!

Eine gepflegte Eröffnungsfeier, eindrucksvolle neue Sportstätten, vor allem aber herausragende sportliche Leistungen, von der 15-jährigen russischen Eiskunstläuferin Julia Lipnizkaja über den polnischen Skispringer Kamil Stoch bis hin zu den Slopestyle-Akrobaten am Snowboard: Bis dato lassen die Olympischen Winterspiele in Sotschikeine Wünsche offen und machen Lust auf mehr.

Und trotzdem überschlagen sich die heimischen Qualitätsmedien in Verwünschungen über die Spiele und deren Ausrichtung und nützen auch schon mal Pausen in Liveübertragungen, um die Zuschauer, die sich auf qualitativ hochwertigen Sport freuen, mit politischen Belehrungen zu belästigen. Und wenn gar nichts mehr sonst funktioniert, jammert man eben über defekte Toilettenspülungen oder erhöhte Hotelpreise – als ob es die in anderen Ländern im zeitlichen Umfeld von Großereignissen nicht genauso gäbe.

Ausgerechnet im Land der BER-Pleite, der Elbphilharmonie und von Stuttgart 21 hat man nichts Besseres zu tun, als in überheblichem Ton ein Sportereignis schlechtzureden, das nicht nur 69% der russischen Bevölkerung begeistert, sondern auch unter den Athleten und Gästen der Veranstaltung bislang als einwandfrei organisiert und gut umgesetzt gilt.

Das Einzige, was zu wünschen übrig lässt, ist die Qualität der Berichterstattung in den deutschen „Qualitätsmedien“ – und die ist so haarsträubend, dass sogar Altkanzler Gerhard Schröder der Kragen platzte und er in der „Zeit“ mit der Äußerung zitiert wurde, diese sei „reichlich unfair“ und: „Das ist ideologisch geprägt und nur sehr selten unvoreingenommen. Da sollten einige, die so berichten, mal neu nachdenken.“

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Ukraine: Es sind zwar Schurken, aber unsere Schurken?!

„Kannibalismus im Präsidentenpalast“; „Janukowytsch setzt süßen Rehpinscherwelpen auf dicht befahrener Autobahn aus“; „Ukrainische Regierung steckt hinter Schumacher-Unfall“: Ich kann mir nicht vorstellen, dass  auch nur eine dieser Geschichten zu abstrus wäre, um nicht auch noch in die eine oder andere Publikation der deutschen Mainstreampresse Eingang zu finden.

Die Einseitigkeit, Überheblichkeit und der Verbalradikalismus, die, wenn es um die Berichterstattung über die seit einem Monat die Ukraine heimsuchenden Unruhen in einigen Großstädten des Landes geht, an den Tag gelegt wird, lassen sich nicht nur mit dem Hurra-Patriotismus erklären, der den auf Politiker umgestiegenen Boxer Wladimir Klitschko zu einem „von uns“ macht, hinter dem die Nation nun zu stehen hätte wie hinter der Fußballnationalmannschaft.

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AfD: Konservativ? Liberal? Scheißegal!?

Der Europawahlkampf hat noch nicht einmal seine heiße Phase erreicht und schon ist die AfD in aller Munde. Wie unruhig die etablierten Parteien sind, zeigen nicht wenige Schlagzeilen der letzten Tage. Da will die FDP als „Anti-AfD“ in den Wahlkampf ziehen – und wirft mit Holger Krahmer den einzigen Europaabgeordneten von der Liste, der im Laufe der letzten Legislaturperiode mehr gezeigt hat als aufgeblasene Europatümelei, gepaart mit Ergebenheit gegenüber linkslastiger Ideologie.

Dann belehrt uns „Die Welt“ pflichtschuldigst darüber, wie falsch die AfD nicht mit ihren wirtschaftspolitischen Vorstellungen liegen würde – nicht ohne unerwähnt zu lassen, dass am 25. Mai ein „Erdrutschsieg“ der erstmals kandidierenden eurokritischen Partei ins Haus stehen könnte.

„Endstation Rechts“ wiederum wartet mit einem zweifellos wenig vorteilhaften Bericht auf, der Ergebnisse einer Mitgliederbefragung im bayerischen Landesverband zum Thema hat, die islamfeindliche Ressentiments in Teilen der Partei offenbaren – wobei allerdings zu bedenken ist, dass die Repräsentativität solcher Ergebnisse nicht zuletzt dadurch relativiert wird, dass die Entschlossenheit gerade solcher Kreise, sich an Befragungen dieser Art zu beteiligen, überdurchschnittlich hoch sein dürfte. Abgesehen davon, dass es einer gewissen Pikanterie nicht entbehrt, dass die SPD, von welcher das Projekt „ER“ ausgeht, selbst nicht frei von solchen Ideen ist: Immerhin gehören, wenn man es genau nimmt, Thilo Sarrazin und Heinz Buschkowsky nicht der AfD an. Weiterlesen

Anti-Putin-Propaganda: AfD-Politiker spricht Klartext

„In einem Interview mit dem Fernsehsender Russia Today (RT) hat der AfD-Politiker Armin-Paul Hampel das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen Oligarchen wie Michail Chodorkowski verteidigt. Die Deutschen wüssten einfach zu wenig über die tatsächlichen Ereignisse in Russland. Hampel ist Vorsitzender der niedersächsischen Alternative für Deutschland und war früher Korrespondent der ARD. Zuletzt leitete er das ARD-Büro in Asien.“

Nun mag Russia Today nicht unbedingt das Paradebeispiel für Ausgewogenheit sein – allerdings hat die heimische „Qualitätspresse“ angesichts ihrer Form der Berichterstattung in dieser Sache nicht wirklich die Legitimation, sich darüber zu beschweren.

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Wenn die FAZ zum Teil der Autonomen Bewegung wird

Ob er sein FAZ-Abo schon bezahlt hat? (Bild: Wikipedia)

Ob er sein FAZ-Abo schon bezahlt hat?
(Bild: Wikipedia)

Ich weiß nicht, ob unter den Autonomen genauso über die Idee gelacht wird, dass ausgerechnet die FAZ sich auch schon mal zur Vorkämpferin für „herrschaftsfreie Räume“ und „gegen Kapital, Sexismus und den Gentrifizierungsterror“ aufschwingt, wie hier beim „Klassenbewussten Kleinbürger“.

Ich wusste aber sehr gut, warum ich meiner Freundin, als sie in der Zeit kurz nach unserem Kennenlernen in ihren jungen Jahren und wenige Jahre vor dem Abitur so enthusiastisch war, den Polizeiberuf zu ergreifen, diesen Wunsch mit Engelszungen ausredete.

Es war die Zeit des Mordes an Michèle Kiesewetter – der, wie wir heute wissen, der damals noch nicht entdeckten NSU-Terrorzelle anzulasten war. Aber das war nicht der einzige Grund, warum ich mich gezwungen sah, den Spaßverderber zu machen. Ich dachte vor allem auch an die vielen Beschwerden über die im Verhältnis zur Belastung karge Bezahlung, an Gefahren (von extremistischen Demonstrationen bis hin zu Fußball-Hooligans), vor allem aber daran, dass kein anderer Berufsstand – abgesehen vielleicht von den Bundeswehrsoldaten – in der veröffentlichten Meinung dermaßen zu den Parias der Nation gestempelt wird wie unsere Polizeibeamten. Weiterlesen