Die AfD – auch für Einwanderer eine Option?

War die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) bei der Bundestagswahl noch denkbar knapp mit 4,7% gescheitert, hat sie bei den Wahlen zum Europäischen Parlament mit 7% der Stimmen und sieben Sitzen einen viel beachteten Erfolg feiern können.

Die Kernthemen der AfD sind durchaus auch in der türkischen Einwanderercommunity präsent: Auch in dieser ist die Unzufriedenheit mit der EU hoch, die Rettungsschirmpolitik erregt Misstrauen und die Aussicht auf ein Vereintes Europa mit noch mehr an politischer Macht ist für viele eher ein Albtraum als eine positive Vision.

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Gaucks Fauxpas: Eine Entschuldigung wäre angebracht

Er bedient seit seinem Amtsantritt die Ressentiments der Springerpresse in der moralisierenden Pose einer Claudia Roth. Mit seiner Symbolpolitik in Ankara ist Gauck jedoch zu weit gegangen.

Mehr dazu in der Deutsch-Türkischen Zeitung.

Warum ich im Kalten Krieg 2.0 den Dienst verweigere

„Die Russen kommen“ – und die Schlagzeilen in den Medien klingen wieder wie vor 30 Jahren. Doch immer mehr Menschen merken, dass jetzt alles anders ist.

Das vergangene Wochenende und das erfolgreiche und offenbar auf keine Widerstände in der Bevölkerung gestoßene Einsickern russischer Einheiten auf der Krim hält Europa in Atem. Moskau sieht die Maßnahme als friedenssichernd an. Da zu den „Euromaidan“-Kräften, die auf extralegale Weise den gewählten Präsidenten Janukowytsch aus seinem Amt vertrieben hatten, auch rechtsextreme und neonationalsozialistische Kräfte gehörten und zu den ersten Maßnahmen der neuen Regierung die Beseitigung eines Sprachengesetzes, welches die Rechte der russischsprachigen Bevölkerung schützen sollte, sowie die Ankündigung, die russische Schwarzmeerflotte aus dem Land haben zu wollen, zählten, hielt es Moskau zum Schutz der russischen Bevölkerung für nötig, Maßnahmen zu treffen. Weiterlesen

Nationalstolz-Debatte auf DTZ: Patriotismus nicht erst bei GEW erbitten!

Ich habe mit großem Interesse den bisherigen Gang der Debatte zwischen Mustafa Esmer und Christian Runkel verfolgt. Mustafa Esmer hatte diagnostiziert, dass die Fremdenfeindlichkeit und der rassistische Kleingeist in unserem Land viel mit der Unfähigkeit zur Selbstbejahung zu tun haben, zu der auch ein gesundes Nationalbewusstsein gehöre. Christian Runkel antwortete darauf, Deutschland brauche keinen Nationalstolz, weil es nur als kleines Volk Platz für andere hätte.

Ich sehe in letzterer These ein anschauliches Beispiel dafür, dass „gut gemeint“ nicht selten das Gegenteil von „gut“ ist. Denn während andere Nationen ihre Höhen und Tiefen hatten und gelernt haben, damit umzugehen, fallen wir von einem Extrem ins andere. Und das ist alles andere als beruhigend.

Die nationale Selbstverleugnung in weiten Teilen des Landes ist keine Tugend, sondern nur ein weiterer Sonderweg. Die ostentative und nicht selten mit einem unguten Gestus moralischer Überlegenheit einhergehende Leisetreterei ist Nicht-„Biodeutschen“ sogar höchst verdächtig. Sie ruft auch keinen Respekt hervor, sondern Verachtung. Und sie ist ein Quell einer Großmannssucht durch die Hintertür, wie wir sie auf dem Wege eines von den Eliten verordneten Europäertums erleben.

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Erdo in Berlin

Er ist der Gottseibeiuns aller selbsternannten „Verteidiger europäischer Werte“ und ist auch in der Türkei selbst seit Jahrzehnten umstritten.

Heute ist der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan wieder in Deutschland zu Gast, wird hier mit Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier zusammentreffen und am Abend im Tempodrom eine Rede zu voraussichtlich an die 10 000 in Deutschland lebenden Türken halten.

Doch wer ist Recep Tayyip Erdoğan? Wie lässt sich sein eigenwilliger und oft polarisierender Politikstil erklären? Wo kommt er her und wo will er hin?

Ich habe für das Deutsch-Türkische Journal ein Porträt jenes Politikers erarbeitet, der seit 2002 die Türkei regiert. Wer sich gerne ein unvoreingenommenes Bild von dieser Person mit all ihren Licht- und Schattenseiten machen möchte, kann dies hier tun.

Ukraine: Es sind zwar Schurken, aber unsere Schurken?!

„Kannibalismus im Präsidentenpalast“; „Janukowytsch setzt süßen Rehpinscherwelpen auf dicht befahrener Autobahn aus“; „Ukrainische Regierung steckt hinter Schumacher-Unfall“: Ich kann mir nicht vorstellen, dass  auch nur eine dieser Geschichten zu abstrus wäre, um nicht auch noch in die eine oder andere Publikation der deutschen Mainstreampresse Eingang zu finden.

Die Einseitigkeit, Überheblichkeit und der Verbalradikalismus, die, wenn es um die Berichterstattung über die seit einem Monat die Ukraine heimsuchenden Unruhen in einigen Großstädten des Landes geht, an den Tag gelegt wird, lassen sich nicht nur mit dem Hurra-Patriotismus erklären, der den auf Politiker umgestiegenen Boxer Wladimir Klitschko zu einem „von uns“ macht, hinter dem die Nation nun zu stehen hätte wie hinter der Fußballnationalmannschaft.

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Amerika muss bis an den Bosporus reichen

Nun, Herzilein, natürlich taugt die Katastrophe von 1914 nicht zur Rechtfertigung nationaler Machtpolitik. Aber sie taugt auch nicht zur Begründung für ein vereinigtes Großeuropa mit Weltmachtambitionen. Sie taugt höchstens als Mahnung in dem Sinne, als Europa nie wieder ein weltpolitisch relevanter Faktor werden darf.