AfD Hessen: Letztes Stelldichein der Berufsquerulanten?

Delegierter in spe des noch amtierenden Landesvorstandes? (Bild: Wikipedia)

Delegierter in spe des noch amtierenden Landesvorstandes? (Bild: Wikipedia)

Die „Frankfurter Rundschau“ liefert im Vorfeld des Landesparteitages der AfD in Hessen eine Kostprobe ihres Verständnisses von Qualitätsjournalismus.

Bereits in der Vorweihnachtszeit musste mittels eines Sonderparteitages interveniert werden, weil einige Querulanten offenkundig in einem Anflug von Selbstüberschätzung meinten, einen Zwergenaufstand proben zu müssen. Dieser ging fürs Erste schief, allerdings gelang es angesichts konzertierter Querschüsse einer kleinen, aber aktivistischen Minderheit nicht, eine dauerhaft befriedigende Lösung für den Landesverband zu finden.

Der Problemverband, der bereits zur Landtagswahl ein wesentlich schlechteres Ergebnis zu verzeichnen hatte als die Bundespartei am Tag der gleichzeitig stattfindenden Bundestagswahl, wurde weiterhin von Personen geprägt, die sich hinsichtlich einer produktiven Parteiarbeit als integrationsresistent erwiesen.

Erst musste der Schatzmeister vorzeitig aus seinem Amt entfernt werden, nachdem er offenbar gemeint hatte, es sei die Aufgabe der AfD als Partei, das Gold der Nibelungen vor den formwandelnden Reptilien aus dem Weltraum und den Jungs aus dem Bohemian Grove in Sicherheit zu bringen und unter anderem von den „satanistischen Elementen der Finanz-Oligopole“ schwadronierte. Er meinte damit wohl nicht die Manager von Led Zeppelin.

„Philosoph“ ohne adäquate akademische Weihen

Der Landesvorsitzende fand das „philosophisch“ gesehen nicht uninteressant, vermochte jedoch in weiterer Folge seine Mitmenschen nicht einmal davon zu überzeugen, dass er einen ausreichenden Bildungshintergrund aufwies, um dies kompetent beurteilen zu können. Es stellte sich heraus, dass er vielmehr auf den Spuren eines einstigen Verteidigungsministers wandelte und sich zwar nicht mit fremden Federn, aber doch mit Titeln schmückte, für deren Tragen er nicht die erforderlichen Voraussetzungen aufwies.

Daneben unterstrichen auch die bereits gestern erwähnten Rants aus der Mainmetropole, dass Hessen ein Verband blieb, der nicht in der Lage war, ohne Hilfe durch die Bundesspitze seine Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Und so kam es, wie es kommen musste: Am heutigen Samstag muss ein weiterer Anlauf genommen werden, um auch in Hessen arbeitsfähige Gremien mit handlungsfähigen Personen zu bestücken.

Die linke „Frankfurter Rundschau“ hingegen hat einmal mehr ein Herz für die qualifiziert Erniedrigten und Beleidigten und eröffnet den zur Abwahl anstehenden Funktionären noch ein letztes Mal ein Forum, das über jenes der MM-News oder des Kopp-Verlages hinausreicht.

„Rechtskonservative“, die weder rechts noch konservativ sind

So beschwert sich der noch amtierende Vorsitzende, die AfD wäre „keine rechtsstaatliche Partei“ (obwohl er es selbst war, der es mit den gesetzlichen Anforderungen an die Führung von Titeln nicht so genau genommen hatte). Auch vermisse er eine eindeutige Positionierung als „rechtskonservativ“ – was umso verwunderlicher ist, als aus der gleichen Ecke das Vorgehen der Bundesspitze als „Säuberungsaktion“ kritisiert wurde, bei der „jene entfernt würden, die von Lucke islamkritischere Worte forderten“. Und eine aggressiv antireligiöse Einstellung ist doch – ebenso wie das Zetern gegen irgendwelche vermeintlichen Kabalen in der Finanzwelt – wohl eher eine klassisch linke, sozialistische Position.

Um ihre Kronzeugen zu bekommen, musste die FR dann auch noch weiterhin auf anonyme Quertreiber zurückgreifen, die nun plötzlich wiederum die „liberalen Geister“ zu vermissen meinten, welche die AfD verlassen würden. Diese wiederum meinten, übrig blieben „die Rechtsradikalen“ und jene, welche die AfD als Karrieresprungbrett nutzen wollten. Wie das eigentlich gehen soll, wenn diese doch gerade rauskomplementiert werden, erklärte uns die FR nicht. Aber vielleicht wirken die moderaten, besonnenen Kräfte innerhalb der Partei ja nur aus deren und ihrer anonymen Interviewpartner Blickwinkel als so weit rechts, weil sie selbst so weit links stehen…

Wie auch immer: Der Klassenbewusste Kleinbürger wünscht AfD-Sprecher Bernd Lucke und all jenen fähigen Leuten, deren Arbeit in Hessen bis dato auf Grund des destruktiven Wirkens der Querulanten und Selbstdarsteller nicht zur Geltung gekommen war, dass sie endlich den fälligen Neuanfang in die Wege leiten können.

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Ein Gedanke zu „AfD Hessen: Letztes Stelldichein der Berufsquerulanten?

  1. Und eine aggressiv antireligiöse Einstellung ist doch – wohl eher eine klassisch linke, sozialistische Position.
    Nein, es ist eine liberale Position. Einem vermeintlich allmächtigen Überwesen zu huldigen und in seinem Namen Frauen zu zwingen ihre ungewollte Leibesfrucht auzutragen, Homosexuelle zu diffarmieren und gleichzeitig seine Knaben in die Gesangsstunde von Pater „von Hinten“ zu schicken ist eine klassisch sozialistische Position.

    Nun, ich schlage vor, wir einigen uns darauf: Es ist eine liberale Position im Sinne der „Liberaldemokratischen Partei Russlands“. 😀 – D.Red.

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