Wider Hübners AfD-Kritik: „Politisch unkorrekt“ heißt nicht automatisch klug

Politisch unkorrekte Kreuzritter im Kampf gegen den Islam

Politisch unkorrekte Kreuzritter im Kampf gegen den Islam

Einer jungen Partei können schon mal Fehleinschätzungen geschehen. Auch die AfD war und ist vor solchen nicht gefeit. Eine davon war offenbar, die in Frankfurt/Main agierende Fraktion der „Freien Wähler“ unter ihrem Vorsitzenden Wolfgang Hübner an die Partei anzubinden, nachdem FW-Chef Hubert Aiwanger größte Mühe hatte, diese aus seiner eigenen politischen Bewegung zu entfernen.

Hübner kam einem Parteiausschluss bei den FW Aiwangers zuvor, indem er sich als Überläufer inszenierte und die AfD nahm ihn bereitwillig auf. Offenbar erschien die Aussicht, in einer Metropole über ein Stadtratsmandat zu verfügen, so verlockend, dass man die Ansichten dieses Mannes und seiner Fraktion nicht genauer unter die Lupe nahm. So hatte Hübner nicht lange vor seinem AfD-Beitritt noch im Wege einer Täter-Opfer-Umkehr den rassistischen Terror des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) relativiert, indem er dazu bemerkte, die Morde würden  „von verschiedenen Einwanderer-Lobbyisten in unverschämter Weise genutzt […], um von dem Staat zusätzliche materielle und ideelle Zuwendungen zu fordern“ und „Islam-Kritik zu unterdrücken“.

Nun meldet sich Hübner auf einem Blog zu Wort, das als der vom Landesamt für Verfassungsschutz NRW als „rechtsextremistisch“ eingestuften Pro-Bewegung nahe stehend gilt.

In seinem Beitrag wirft Hübner der AfD-Führung unter anderem „ängstliche Abgrenzungsmanie“ vor und „Angst vor Risiko“ vor.

Hübner im O-Ton: „Inzwischen haben aber nicht wenige Mitglieder der AfD das Gefühl, Thilo Sarrazin könne wohl Mitglied der SPD bleiben, sich aber nicht mit Aussicht auf Erfolg um die Mitgliedschaft in der AfD bewerben. Es kann nicht oft und deutlich genug gesagt werden: Wer, aus welchen Erwägungen auch immer, nur einmal den Rücken beugt vor den Gesinnungswächtern der „Politischen Korrektheit“, bekommt den Kopf nie mehr hoch genug, um entspannt in den Spiegel schauen zu können.“

„Politisch unkorrekt“ wäre auch die Forderung nach den „Grenzen von 1937“

Nun stellt es entgegen der offenbaren Auffassung Herrn Hübners kein Qualitätsmerkmal sui generis einer politischen Aussage dar, ob diese „politisch korrekt“ ist oder nicht. Einer politischen Partei, die etwas für unser Land bewegen will, sollte es zuerst einmal darum gehen, ob eine politische Aussage oder Forderung richtig oder falsch ist und ob sie das Leben in unserem Land verbessern würde oder nicht. Ob sie gleichzeitig „politisch korrekt“ ist oder nicht, ist dafür nicht zwingend relevant.

Sich gegen das wohlfeile Russlandbashing und gegen ungerechtfertigte Kritik am Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin, zu stellen, ist gemessen am politischen und medialen Mainstream sicher „politisch unkorrekt“, aber es macht inhaltlich Sinn, weil diese Position gut begründbar ist, weil die russische Community in Deutschland viele potenzielle AfD-Wähler aufweist, weil ein gutes Verhältnis zu Russland Deutschland nützt und weil Putin nicht selten dafür angegriffen wird, dass er für Werte einsteht, die auch in unserem Lande wieder eine größere Rolle spielen sollten, wenn wir es als lebenswertes Land erhalten wollen.

Die Hysterie rund um eine angebliche „menschengemachte Erderwärmung“ zu hinterfragen, mag auch politisch unkorrekt sein – aber sie lässt sich ebenfalls gut begründen, nämlich insofern, als die Ökoideologie ein latent menschenverachtendes, autoritäres und elitistisches Weltbild offenbart, das Menschen daran hindern will, Wohlstand, Freiheit und Zukunftsoptimismus zu entfalten und unseren Interessen schadet.

Den kollektivistischen, biologistischen Sozialisten Sarrazin, der Kinder in Zwangskitas schaffen und Menschen wie Rennpferde züchten will, zum Säulenheiligen zu erheben, mag zwar manchen als politisch unkorrekt und „Tabubruch“ erscheinen, aber im Unterschied zu den zuvor genannten „Tabubrüchen“ ist in keiner Weise ein Nutzen für unser Land zu erkennen, würde sein apokalyptisches Weltbild zur Grundlage politischer Entscheidungen in Deutschland erhoben. Im Gegenteil, das Zusammenleben in unserem Land würde von Hass und Misstrauen gekennzeichnet sein. Man würde gezielt Menschen gegeneinander aufhetzen und es würde lediglich eine andere Form der Political Correctness und Denunziationskultur Platz greifen – die sich dann eben zB gegen „Kopftuchmädchen“, türkische Familien und sozial Schwache richten würde.

Für eine Sarrazin-Partei – außerhalb der AfD!

Es erscheint vor diesem Hintergrund als durchaus sinnvoll, politische Thesen und Forderungen, welche namens der AfD artikuliert werden sollen, nicht auf Provokation um der Provokation Willen zu trimmen, sondern lieber darüber nachzudenken, ob diese Werten wie Leben, Freiheit oder dem Streben nach Glück dienen. Denn diese sind es, die entscheidend dafür sein werden, ob Deutschland auch in 50 oder 100 Jahren ein Land sein wird, in dem Menschen für sich und ihre Familien eine Zukunft sehen und in dem sich die Potenziale der Menschen zum Positiven entfalten können. Und das fügt sich auch gut in das bislang erfolgreich gepflegte, unideologische „Qualunqismo“-Konzept der AfD. Denn Social Engineering sollen andere betreiben.

Wolfgang Hübner beendet seine „Abrechnung“ mit den Worten: „Mehr denn je aber braucht Deutschland eine politische Alternative, die sich nicht scheut, die Probleme unseres Landes, unseres Volkes, unserer Gesellschaft anzusprechen, neue Lösungen zu suchen und die dabei unvermeidlichen Konflikte nicht zu scheuen. Wenn die AfD nicht sehr bald die Kraft dazu findet – nach außen wie nach innen – wird sie schlicht nicht gebraucht. Dann gälte es, mit den Erfahrungen aus einem missglückten Projekt ein besseres neues Projekt zu entwickeln. Das wird mühsam, ist aber – soll nicht die Flucht aus der Politik angetreten werden- tatsächlich ganz alternativlos.“

Das klingt wie die Ankündigung eines baldigen Abschieds Hübners und allfälliger weiterer Personen, die von einer „Sarrazin-Partei“ träumen. Und für die AfD wäre ein solcher auch eine Erleichterung.

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3 Gedanken zu „Wider Hübners AfD-Kritik: „Politisch unkorrekt“ heißt nicht automatisch klug

  1. Man sollte auch bei Kritik bitte bei der Wahrheit bleiben. Herr Hübner meldet sich nämlich überhaupt nicht auf dem Blog freiheitlich.me zu Wort. Die Wahrheit ist, das ein sogenannter Autor mit dem Namen „Veritas“ den offenen Brief von Herrn Hübner per copy und paste in seinem Forum veröffentlich hat. Sie würden sich vermutlich auch über die Unterstellung ärgern, wenn man ihnen die Publikation auf rechtsextremen Seiten unterstellt, weil man einfach einen Artikel von hier kopiert hat. Das ist kein seriöser Journalismus.

  2. Woher kommt bitte der Satz „„Politisch unkorrekt“ wäre auch die Forderung nach den „Grenzen von 1937“ ? Wieso wird er so in den Kontext gstellt, als ob er Teil des Textes von Wolfgang Hübner wäre? ..und wa shat ein konkreter, wohl gewaltsamer, mit physischen Veränderungen einher gehender Anspruch mit den Aussagen von Herrn Hübner bezüglich eines fiktiven Parteiwechsels von Herrn Sarrazin zu tun?

    Ist das hier eine eine weiter Verdummungsseite zur Selbstbeweihräucherung von Bloggern oder was?

  3. Pingback: AfD Hessen: Letztes Stelldichein der Berufsquerulanten? | Klassenbewusster Kleinbürger

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