Schwarz-grünes Hessen gegen die Republikflucht

Aus dem Comic "This Godless Communism", Treasure Chest 1961

Aus dem Comic „This Godless Communism“, Treasure Chest 1961

Die Medien und das „Bildungsbürgertum“ haben es der Bundes-CDU immer noch nicht verziehen, dass sie ihr „Wunschprojekt“ Schwarz-Grün nicht auf Bundesebene umgesetzt hat.

Nun spricht die Bilanz derartiger Unterfangen ja eine klare Sprache: Nach der ersten schwarz-grünen Koalition in Hamburg wurde die Union mit -20% geradezu pulverisiert, während die SPD unter Olaf Scholz erstmals seit die absolute Mehrheit errang. Wenig später versuchte Norbert Röttgen sein Glück. Der Minister, der schon mal jedem Bürger ein persönliches CO2-Kontingent zugeteilt sehen wollte, war so optimistisch, dass er die schwarz-grünen Gedankenspiele gar nicht erst bis nach der Wahl auf kleiner Flamme kochte – und wurde vom Wähler mit einem Minus von 8% in die Wüste geschickt. Im Saarland war es die FDP, die an Stelle der CDU die Prügel für „Jamaika“ einstecken musste – jedoch wurde die Union auch hier vom Wähler in eine Große Koalition gezwungen.

Irgendwas an der Botschaft „Wir wollen keine Steigbügelhalter der Grünen wählen“ scheint die Union aber immer noch nicht verstanden zu haben. Und deshalb fand sich nun in Hessen eine Koalition der German Angst zusammen – und prompt waren die Panik vor der „menschengemachten Klimakatastrophe“, vor dem Fracking, vor Kohle und Atomkraft bzw. überhaupt vor allem, was nach Lebensqualität riecht, und jene vor der Einwanderung, vor religiösen Minderheiten und vor allem, was nicht der imaginären „Leitkultur“ entspricht, vereint wie Meerjungfraumann und Blaubarschbube.  

Selbst Frankreich ist nicht etatistisch genug

Und so ist es auch kein Wunder, dass Hessen mehr denn je zu einem heißen Pflaster für all jene zu werden scheint, die es wagen sollten, ihre Zweifel gegenüber der – mit Schwarz-Grün nun potenzierten und vereinten – überlegenen Weisheit des deutschen Bildungsbürgertums nach außen erkennbar zu machen.

So heißt es in einem Bericht auf der Seite des Hessischen Rundfunks:

„Ende Dezember hat das Amtsgericht Darmstadt dem Ehepaar das Sorgerecht für seine vier Kinder zwischen 8 und 14 Jahren teilweise entzogen, wie es am Freitag bestätigte. Konkret sind dem Kreis-Jugendamt das Aufenthaltsbestimmungsrecht, das Recht zur Regelung schulischer Angelegenheiten und das Recht zur Antragstellung bei Ämtern zugesprochen worden.

Hintergrund der Aktion: Die Eltern hatten vor Gericht angegeben, sie wollten nach Frankreich auswandern. Dort hatte die streng christliche Familie bereits früher gelebt und die vier Kinder hätten dort nicht zur Schule gehen müssen. Diesen Plänen schob das Amtsgericht nun einen Riegel vor. Die Kinder dürfen aber bei ihren Eltern wohnen – solange sie weiter die Schule besuchen. Der Gerichtsbeschluss gilt bis auf weiteres. Wenn die Eltern die Bereitschaft erkennen ließen, ihre Kinder auch künftig zur Schule zu schicken, könnten sie das volle Sorgerecht zurückbekommen, so ein Sprecher.

Der Streit zwischen dem Paar und dem Jugendamt dauert schon länger an. Nachdem die Eltern ihre Kinder zu Hause unterrichteten und nicht in die Schule schickten, hatte die Polizei die Kinder Anfang September abgeholt und in die Obhut der Jugendhilfe gegeben. Erst nachdem die Eltern vor Gericht zustimmten, ihre Kinder am normalen Unterricht teilnehmen zu lassen, wurde die Familie wieder vereint.“

Unter Schwarz-Grün wird offenbar ein Vorgehen gegen „Vorbereitungen zur Republikflucht“ wieder zum Thema. So wie das Verlassen der DDR einst das „richtige Bewusstsein“ und einen gefestigten Klassenstandpunkt voraussetzte, so wird möglicherweise auch die Personenverkehrsfreiheit innerhalb der EU – sonst stets als einer der Gründe genannt, warum diese „alternativlos“ sei – bald zum Gnadenrecht, das zu verleihen einzig dem Großmut der Obrigkeit anheimfällt.

Auch „Liberaldemokrat“ reiht sich in den „demokratischen Block“ ein

Reaktion eines „stellv. Vorsitzenden“ einer FDP-nahen „Liberalen“ Hochschulgruppe: „Richtige Entscheidung, gib Sekten keine Chance“.

Süffisanter Kommentar des Bloggers Marco Kanne dazu auf facebook: „Nun, wirklich „keine Chance“ wurde „Sekten“ bisher in Deutschland nur zwischen 1933 und 1945 gelassen. Darum „kümmerte“ sich laut Geschäftsverteilungsplan vom März 1941 das Referat IV B 2 („Politischer Protestantismus, Sekten“) des Amtes IV (Gestapo) im Reichssicherheitshauptamt. Das Referat IV A 3 wiederum „kümmerte“ sich um die Vernichtung von „Reaktion, Opposition, Legitimismus, Liberalismus, Emigranten“.“

Nun denn, es war nicht zu erwarten, dass unsere These von gestern, „Die FDP ist der wahre Front National“, so schnell freudige Bestätigung finden würde.

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