AfD mit 6% im Sächsischen Landtag?

Auch wenn – offenbar bedingt durch die Querelen der letzten Wochen – die AfD in der letzten Forsa-Sonntagsfrage zur Bundestagswahl nur noch auf 4% kommt und damit wieder hinter der FDP liegt, ist dies kein Anlass zu übertriebenem Pessimismus. Wie das Beispiel der Grünen zeigt, ist Umfragen zu gewinnen eine andere Disziplin als am Wahltag die Nase vorn zu haben. Und bis zur nächsten Bundestagswahl ziehen immerhin noch einige Jahre ins Land.

Was da bemerkenswerter erscheint, ist die jüngst veröffentlichte Uniqma-Umfrage zur Sächsischen Landtagswahl, die immerhin bereits am 31.8. stattfinden wird.

Hier scheint sich die Weissagung meiner Mathetrainerin aus dem Frühjahr 1990, wonach es von der Wiedervereinigung an ein Land geben würde, das noch schwärzer wäre als Bayern, zu bestätigen. Die CDU käme nach dieser Erhebung auf 49% und damit erstmals seit 2004 wieder auf eine absolute Mehrheit. Die Bürger in Sachsen scheinen der Partei den zweifelhaften Umgang mit „König“ Kurt Biedenkopf nach Jahren verziehen zu haben.

Die SPD würde mit 17% erstmals seit 1999 die Linke (15%) überholen. Offenbar schlägt der demografische Faktor im Osten voll zu Ungunsten der SED-Fortsetzungspartei durch. Auch der braune Spuk der NPD wäre endgültig vorbei, da diese Partei nur noch auf 1% käme. Der Landtag in Dresden würde auf diesem Wege nicht mehr als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Neonazis herhalten müssen. Auch der „Sächsische Weg“ der FDP würde sich als Irrweg entpuppen, da auch diese mit 2% weit abgeschlagen im Feld der Splittergruppen landen würde.

Und jetzt die große Überraschung: Die AfD würde auf Anhieb mit den Grünen im Freistaat gleichziehen und mit 6% in den Landtag kommen. Angesichts der Tatsache, dass es für eine Partei, die schwerpunktmäßig Europapolitik macht, schwierig ist, in nur einem Jahr ein landespolitisches Profil zu entwickeln, ein bemerkenswertes Ergebnis.

Entscheidend für die AfD wird jedoch zweifellos die Europawahl sein. Gelingt es ihr hier, einzuziehen und dabei idealerweise auf das Bundestagswahlergebnis noch den einen oder anderen Prozentpunkt draufzusatteln – der Tatsache geschuldet, dass Wähler bei der Europawahl eher dazu neigen, neuen Parteien eine Stimme zu geben, als bei der Bundestagswahl -, würden die Landtagswahlen im Herbst (neben Sachsen noch Brandenburg und Thüringen) mehr oder minder zu Selbstläufern.

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