Die Auferstehung der Jahresendfigur m. F.

Kenneth T. Gund

Jahresendfigur mit Flügeln oder Jahresendflügler gelten als geflügelte Worte, um die bürokratische Sprache der DDR mit ihrem Hang zur sozialistischen Umdeutung religiöser Traditionen zu persiflieren. Zwar ist bislang kein Nachweis bekannt, der die tatsächliche Verwendung dieses Begriffs nahelegt, was der Popularität des Vorurteils jedoch nicht im Wege steht.

Was für die DDR wohl nur ein Mythos war, scheint sich in den letzten Jahren jedoch zur absurden Realität in der BRD zu entwickeln. Allenthalben ist von „Jahresendfeiern“ oder „Jahresabschlussfeiern“ die Rede und dabei sind keine Silvesterpartys gemeint. Weihnachtsmärkte werden zu „Wichtel“- oder „Wintermärkten“, dass man mit dem Weihnachtsmann einen Marketing-Gag eines Getränkeherstellers als Tradition institutionalisiert hat, ist zwar bekannt, tut dessen Popularität jedoch keinen Abbruch. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass der CocaCola-Weihnachtsmann wenigstens den Bezug zur Tradition wahrt und nicht zum roten Jahresabschlussbrausenbringer umdeklariert wurde.

Weihnachten ist schon lange zu einem Kommerzfest verkommen, bei dem viele nicht mehr wissen, was…

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