Die „Internationale“ als „Symbol des Kapitalismus“

Teile der Partei „Die Linke“ möchten die „Internationale“ nicht mehr auf ihren Parteitagen gespielt haben. Schön und gut und durchaus verständlich, schafft es die Partei doch nicht einmal bis zur „Nationalen“, wenn es darum geht, die Alt-SED-Kader und technokratischen Machtpragmatiker im Osten mit den ewiggestrigen Dogmatikern und narzisstischen Linkssektierern im Westen unter einen Hut zu bringen.

Nicht, dass man in Zeiten des Dschungelcamps und der Charlotte-Roche-Bücher primär Skrupel davor gehabt hätte, passenderweise an die „Verdummten“ statt an die „Verdammten“ dieser Erde zu appellieren.

Auch ist es nicht der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern gewesen, der hinter dem Antrag gestanden hätte, der, weil man dort angeblich auch einen Weltuntergang erst 50 Jahre später bemerken würde, nun auch erst nach 70 Jahren realisiert hätte, dass die „Internationale“ als offizielle Nationalhymne durch die prächtige Gimn Sowjetskowo Sojusa ersetzt worden war – die übrigens heute wieder mit entkommifiziertem Text die Nationalhymne der Russischen Föderation darstellt.

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Nur ein Wort zu Meisner

Ich freue mich über jede kinderreiche Familie, weil jedes Kind eine Chance bedeutet, etwas besser zu machen und das Gute von dem, was die Generationen zuvor geschaffen hatten, zu behalten und weiterzutragen für künftige. Es ist eine Chance, etwas von dem, was die Familie, die Religion, die Nation ausmacht, weiterzutragen und weiterzuentwickeln. Ich sehe da keinen Anlass, einen Unterschied danach zu machen, welche religiöse Prägung die jeweilige Familie hat. Vor allem da jede Religion das Leben als Geschenk betrachtet und der Kinderreichtum ein sichtbares Zeichen ist, dass man die oben genannten Werte schätzt.

Skandal! Christen, die an Gott glauben…

Idea berichtet aus Dresden:

„Evangelikale haben in der sächsischen Landeskirche zu viel Einfluss. Diese Ansicht vertritt die freie Journalistin Jennifer Stange (Leipzig) in einem ausführlichen Beitrag mit dem Titel „Evangelikale in Sachsen. Ein Bericht“, der im Januar in der Reihe „Weiterdenken“ der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen (Dresden) erschienen ist. Wie sie schreibt, ist für Evangelikale die Bibel Lebens- und Glaubensgrundlage: „Sie glauben häufig nicht nur an Gott, sondern auch an das Böse, an den Teufel, sie glauben an das Jüngste Gericht und sie glauben, dass Jesus auf die Erde zurückkommt. […] Die Evangelikalen „machen an der Kirchenpforte nicht halt“, so Stange. Stattdessen wollten sie die Gesellschaft verändern und riefen zu mehr Engagement in der Politik auf. Mitunter seien ihre Glaubensauffassungen „fundamentalistisch“.“ Weiterlesen

Amerika muss bis an den Bosporus reichen

Nun, Herzilein, natürlich taugt die Katastrophe von 1914 nicht zur Rechtfertigung nationaler Machtpolitik. Aber sie taugt auch nicht zur Begründung für ein vereinigtes Großeuropa mit Weltmachtambitionen. Sie taugt höchstens als Mahnung in dem Sinne, als Europa nie wieder ein weltpolitisch relevanter Faktor werden darf.

Almighurt ist homophob und diskriminiert Samoaner

Ich sehe nur noch fern, wenn Fußball kommt oder Crime Series, die ich noch nicht auf DVD haben sollte (was immer seltener der Fall ist). Auf diese Weise verpasse ich nicht nur Höhepunkte wie die Konfrontation zwischen Markus Lanz und Sarah Wagenknecht oder das Dschungelcamp, sondern auch Zigtausende von Werbespots – von denen gefühlte 80% als wenig kreativ und ziemlich vorhersehbar erscheinen. Und die sind immerhin noch besser als all jene, die beim Versuch, „unkonventionell“ zu sein, Geschmacksgrenzen überschreiten.

Anstoß erregte allerdings kürzlich jener Beitrag von Almighurt:

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Warum ich der hiesigen Osteuropaberichterstattung nicht traue

Man geht nicht gern zu einem Fleischer, von dem man selbst weiß, dass er Vegetarier ist. Man würde zögern, sein Geld bei einem Anlageberater anzulegen, der ein Bild von Bernie Madoff hinter seinem Schreibtisch hängen hat.

Nun erzählen uns die Gleichen, die sonst immer schreiben, unsere traditionellen Moralvorstellungen wären nichts wert; Menschen, die wir als große Persönlichkeiten oder Helden verehren, seien in Wahrheit Schurken oder zumindest nicht so gut, dass sie unsere Verehrung verdienten; oder dass wir uns als Menschen nicht mehr entfalten sollten, weil wir Schädlinge im Hinblick auf die ökologische Situation Erde wären: In Russland oder Ukraine stehe das absolut Gute gegen das absolut Böse, und nur mit den absolut Guten (in dem Fall der Opposition, zu der auch Neonazis gehören) würden die Menschen dort besser leben können.

Sorry, aber bevor ich an die Heldensagen werterelativistischer Werteabsolutisten und antihumanistischer Humanisten glaube, würde ich eher noch „Rambo II“ als Tatsachenbericht akzeptieren…

Europawahlliste der AfD – eine runde Sache

Die ersten fünf Plätze auf der Europawahlliste sind vergeben und sie spiegeln in vollem Umfang die programmatische Bandbreite der AfD wider.

Parteisprecher Bernd Lucke hatte für Platz 1 keinen Gegenkandidaten – der islamophobe Ex-Pirat Carsten Schulz, der noch vor Wochen getönt hatte, Lucke vom Spitzenplatz zu stürzen, hatte sich als Maulheld erwiesen.

Auch der zweite Platz für Hans-Olaf Henkel war programmgemäß.

Im Rennen um Platz 3 setzte sich Bernd Kölmel, der Landessprecher von Baden-Württemberg, gegen den eher als „Tea-Party-Konservativer“ geltenden bayerischen Landessprecher Torsten Heinrich durch. Kölmel ist zweifellos eine gute Wahl, er gilt als wirtschaftspolitisch liberal und in Gesellschafts- und Wertefragen konservativ.

Gleiches gilt auch für Beatrix von Storch auf Platz 4. Als bestplatziere Dame würde die Berliner Rechtsanwältin und Familienpolitikerin, die man – um beim Vergleich mit der Grand Old Party zu bleiben – als das Aushängeschild der religiösen Rechten in der Partei betrachten kann, bei einem Ergebnis wie bei der Bundestagswahl ins Parlament kommen. Sie wird vor allem ein Magnet für Wertewähler sein und auf diese Weise möglicherweise der Union Wasser abgraben können. Auf Europaebene wird sie ohne Zweifel ihr Erststimmenergebnis von 3% im linksgrünen Bonzenbezirk Berlin-Mitte weit übertreffen.

Platz 5 geht an den bekannten Ökonomen Joachim Starbatty und damit an einen Eurokritiker der ersten Stunde.

Mit einem Ergebnis von 5-6% würden die genannten Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Europaparlament einziehen. Und dazu, dass dieses Ergebnis möglich wird, hat die AfD heute mit dieser bunten, runden Liste, in der für alle etwas dabei sein dürfte, einen wichtigen Schritt gesetzt.

UPDATE: Auf Platz 6 der Liste wurde die – im Rennen um Platz 4 knapp gegen Beatrix von Storch gescheiterte Ulrike Trebesius aus Schleswig-Holstein gewählt. Bei einem Ergebnis deutlich jenseits der 6% (das mit Blick auf die Landtagswahlen im Herbst psychologisch sehr wichtig wäre) würde auch sie ins Europaparlament einziehen. Sie gilt als eher dem liberalen Flügel nahe stehend.